Was haben ein goldenes Barockengerl, ein bunt geschmückter Biedermeierhut und ein antikes Buch mit Signatur gemeinsam? Auf den ersten Blick wirken sie wie Relikte aus längst vergangenen Zeiten. Doch der Eindruck täuscht: Alle drei wurden, gemeinsam mit 24 weiteren Objekten, eigens für die Ausstellung „Geschichte Machen – Ein queeres Jahrtausend in 27 unglaublichen Objekten“ im queeren Kulturzentrum Qwien angefertigt. Im Rahmen unseres comma-Teamausflugs Anfang November hatten wir die Gelegenheit, diese besondere Ausstellung aus nächster Nähe zu erleben.
Es habe an authentischen Zeugnissen queerer Geschichte gefehlt, erklärt Andreas Brunner, Leiter des Kulturzentrums, woraus die Idee eigens hergestellter Exponate entstand. Denn viele wertvolle Quellen wurden in der Vergangenheit als unbedeutsam abgetan oder gar vernichtet. Gleichzeitig wollte man sich von einer negativen, von Repressalien geprägten Perspektive lösen: Nun erzählen 27 Ausstellungsstücke wahrheitsgetreue queere Geschichte, selbst wenn die Exponate an sich fast perfekte Fälschungen sind.
Seit Juni dieses Jahres befindet sich das queere Kulturzentrum im 5. Wiener Gemeindebezirk Margareten, nur fünf Gehminuten vom comma Büro entfernt. Zuvor waren das Archiv und die Bibliothek in Wieden untergebracht. Mit dem neuen Standort hat sich das Kulturzentrum nun sowohl räumlich als auch inhaltlich erweitert: Auf drei Mal so viel Fläche wie zuvor finden nun pro Jahr zwei Ausstellungen sowie verschiedene Vermittlungsformate statt.
Der Besuch bei Qwien hat uns bei comma nochmals bestätigt, wie essenziell Räume sind, in denen queere Geschichte sichtbar und erfahrbar wird. Wir bedanken uns herzlich bei Andreas Brunner und dem Team von Qwien für den interessanten Abend.
