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Content Day 2018: Meine 5 wichtigsten Lektionen des Tages

Am Mittwoch fand der Content Day, eine Fachkonferenz zum Thema Content-Marketing zum 5. Mal in Salzburg statt – und unsere Junior-Beraterin Maresa Mayer war dabei.
Hier die aus ihrer Sicht fünf wichtigsten Lektionen des Tages:

1. Ganzheitlicher Content statt Keywords:

Christian Broscheit von Searchmetrics leitete den Content Day 2018 mit einem Plädoyer für holistischen Content ein – oder mit seinen Worten: „Baue Seiten, die die Nutzerintention erfüllen und ein Thema ganzheitlich behandeln.“ Broscheit unterscheidet bei der Intention zwischen Transaktion (Kaufwunsch) und Information.
Als Content-Produzent sollte ich mir daher folgende Fragen stellen:
– Was ist die Intention des Users?
– Sucht er nach Information zu einem Thema oder will er ein Produkt kaufen?
– Welche Fragen stellt er sich in Zusammenhang mit meinem Produkt?
… und am besten anhand von Daten wie Suchvolumen (wie häufig wurde diese und jene Frage bei Google gesucht) beantworten.

2. Voice Search ist im Kommen:

Online-Marketing-Experte Björn Tantau wies in seiner Session „Frag den Tantau“ – Teilnehmer konnten bis Mitte März ihre Fragen an den Fachmann schicken – auf die Bedeutung von Voice Search und Smart Speakern hin: „In 10 Jahren werden 80% der Menschen hierzulande Geräte wie Alexa oder Google Home zuhause herumstehen haben.“ Vorbei die Zeiten also, in denen mühsam Suchergebnisse durchforstet werden mussten – Google sei in Zukunft keine Such-, sondern eine Antwortmaschine, die schnellst- und bestmöglich Fragen beantwortet. „Auch wenn wir von künstlicher Intelligenz noch weit entfernt sind, Machine Learning gibt es bereits. Ihr müsst mit gutem Content dafür sorgen, dass die Maschinen besser lernen können.“

3. Auf YouTube zählt Regelmäßigkeit:

Für die YouTuber Simon Kaiser und Hannah Thalhammer ist YouTube „die beste Plattform, um Zeit mit den Leuten zu verbringen“. Auch wenn in vielen Unternehmen die Meinung vorherrsche, YouTube sei eine Hosting-Plattform, so würde es sich zunehmend zu einem Sozialen Netzwerk entwickeln – mit Auswirkungen auf den Content. Neben „Hero“- und „Help“-Content, also aufwendigen Image-Filmen und zeitlosen Service-Videos, wären es vor allem langfristige „Hub“-Formate, die die Reichweite eines Kanals steigern. „Ihr müsst den Usern einen Grund geben, nächste Woche wieder vorbeizuschauen!“ Nur so bleibe man in den Köpfen präsent – auch und vor allem dann, wenn ein User eine Kaufentscheidung fällt.

4. Content löschen für besseres Suchmaschinen-Ranking:

Was mache ich mit lahmen Inhalten, die eine unterdurchschnittliche Verweildauer oder Conversion Rate haben? Recyceln, updaten und wenn auch das aus einer lahmen Ente kein Zugpferd macht: Löschen! Das zumindest wurde von gleich drei Speakern am Content Day empfohlen. Wer nicht ganz so hart mit mitunter aufwendig produziertem Content ins Gericht gehen will, kann zur Soft-Variante greifen und die Seite im HTML-Code auf „noindex“ setzen, sodass sie in den Google-Suchergebnissen nicht mehr angezeigt wird: „Wenn ich schlecht performende Seiten auf ‚noindex’ setze, steigert das insgesamt meine durchschnittliche Seitenqualität“, erklärte SEO-Spezialist Philipp Knoll im Workshop SEO für Content-Marketer: Optimieren mit Realismus und ein paar einfachen Schritten.

5. Qualitativ hochwertiger Content ist relevanter Content:

„Don’t speak unless you can improve the silence!“ – Für Agentur-Chefin Ivana Baric-Gaspar zählt bei der Bewertung von Content einzig die Relevanz; Relevanz für Unternehmen, für die Gatekeeper (Facebook, Google, …) und für die Zielgruppe. „Meistens halten wir uns bei den Gatekeepern auf, wir beschäftigen uns weit weniger damit, was die Zielgruppe will“, lautet Baric-Gaspars Befund.
Ihrer Meinung nach gäbe es drei Maßnahmen, unsere Inhalte für die Zielgruppe attraktiver zu machen, nämlich durch die Orientierung an
klassischen Nachrichtenfaktoren wie Nähe, Aktualität und Unterhaltungswert,
Psychologie, um herauszufinden, was die Leute wollen,
Daten, um herauszufinden, was die Leute auf der eigenen Website tatsächlich tun.
Um qualitativ hochwertigen Content herzustellen brauche es Experten und entsprechende Investments: „Content muss als eigene Produktkategorie gesehen werden, nicht lediglich als Mittel zum Zweck!“


FAZIT

Der Content Day 2018 brachte für mich einige neue Erkenntnisse, viel Inspiration und noch mehr Anstöße, mich manchen Themen intensiver zu widmen.

Minus-Punkte gibt’s für:

 

– Mangelhafte Information:

Mir war bis zum Tag der Veranstaltung nicht klar, dass man sich für die Workshops am Nachmittag via E-Mail anmelden musste, obwohl ich in den Tagen vor dem Content Day das Programm mehrmals gelesen hatte. Glücklicherweise konnte ich noch den einzigen frei gewordenen Platz im SEO-Workshop ergattern. Apropos Programm: Dieses lies sich auf der Website nicht als PDF herunterladen – schade für die Old-School-Ausdruck-Fans unter den Besuchern wie mich!

– Die Dauer der Nachmittags-Sessions:

Aus meiner Sicht waren sowohl der Workshop als auch die Vorträge am Nachmittag zu kurz. Obwohl ich es gut fand, dass das Programm dicht und die Pausen kurz waren, hätte ich weniger, dafür aber längere Vorträge bevorzugt. Die Speaker mussten zum Teil geradezu durch ihre Präsentationen hetzen und zum Teil so schnell sprechen, dass es schwer wurde, dem Gesagten zu folgen. Am Ende war dann auch keine Zeit mehr für Fragen.

– Essen im Stehen:

Frühstücken im Stehen fand ich okay, das Mittagessen hätte ich deutlich lieber sitzend genossen.

Plus-Punkte gibt’s für:

 

– Das umfangreiche Programm:

…auch wenn es manchmal schwerfiel, sich für ein Angebot zu entscheiden. Lieber wären mir dennoch weniger längere Sessions gewesen (siehe oben). Das (tolle!) Vormittagsprogramm war insgesamt interessanter als das Nachmittagsprogramm – mit Ausnahme von dem spannenden Vortrag von Ivana Baric-Gaspar.

– Die Location in Bahnhofsnähe:

Optimal für jene, die mit dem Zug angereist sind. Nett fand ich auch den Pausenhof im Freien.

– Zu guter Letzt:

Moderatorin Maria-Theresa Schinnerl rief zu Beginn das allgemeine Du-Wort aus – das hat die Kommunikation vereinfacht und die Stimmung gelockert!

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