Chopin und die Zukunft der Kommunikation

Die Welt der Kommunikation muss sich neu erfinden. Wir werden unsere Aufgaben, Rollen und Prozesse völlig neu definieren müssen – und das schnell. 30 Kommunikationsprofis aus dem weltweiten Agenturnetzwerk ECCO haben sich unlängst in Warschau – der Heimatstadt von Frédéric Chopin – getroffen und die Zukunft der Kommunikation diskutiert. Wie prägen wir die Kommunikation von morgen? Was bieten wir unseren Kunden und wie begleiten wir sie in die Zukunft? Louise Fernley von unserer ECCO-Partneragentur Pagefield aus London und Dominik Allemann von Bernet PR aus Zürich fassen die Erkenntnisse zusammen.

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©Radek Kołakowski

Folgende Merkmale werden die Agentur der Zukunft prägen:

Ruhelos
Technologie und soziale Netzwerke beschleunigen Veränderungen konstant. Die PR-Agentur der Zukunft muss nicht nur mit diesem Tempo umgehen – sie geht sogar voran und entwickelt selbst aktiv Kanäle und Tools. Bewährte, aber veraltete Methoden werden in Zukunft nicht genügen. Die Agentur der Zukunft darf nicht stillstehen.

Hinterfragend
Bleibt das durchschnittliche Alter des globalen CEO 54 Jahre und besteht sein Publikum auch aus der Generation Y und Z, sind Missverständnisse nicht zu vermeiden. Übliche Kanäle verlieren an Kraft. Die Agentur der Zukunft macht ihre KundInnen fit für moderne NutzerInnen und deren Gewohnheiten.

Vielfältig
Nur 8 % der PR-Profis in Großbritannien kommen aus ethnischen Minderheiten. Das entspricht in Großbritannien ebenso wenig dem Maßstab der Bevölkerung wie in Österreich. Die PR-Agentur der Zukunft muss ihre Dialoggruppen verstehen und darum ethnisch vielfältiger werden. Weiters muss sie mit einer vielfältigeren Expertenwelt kooperieren – beispielsweise mit KünstlerInnen, AktivistInnen oder WissenschaftlerInnen. In einem ideenreichen Pool von KommunikatorInnen und PionierInnen.

Relevant
Im Durchschnitt werden wir täglich mit bis zu 10.000 Werbebotschaften (US-Schätzung) konfrontiert. Verständlicherweise entwickeln wir Filter gegen diese „Störungen“. Die Medien sind durch rückläufige Werbeeinnahmen betroffen, Redaktionsteams schrumpfen und werden von Unternehmen mit „News“-Meldungen überschwemmt. Der Massenversand von Pressemitteilungen ist daher passé. Unsere Kampagnen müssen zielgerichteter werden und neben den klassischen Medien neue Kommunikationskanäle berücksichtigen – nur so erreichen wir Ziele.

Vernetzt
Kommunikation baut auch in Zukunft auf Interaktion, Beziehung und Vertrauen. Die Beziehungen verlagern sich jedoch von JournalistInnen zu einer breiteren Gruppe wie InfluencerInnen und MarkenbotschafterInnen. PR-Profis agieren wie Orchester-DirigentInnen und beeinflussen die Botschaften und das Zusammenspiel von BloggerInnen, InfluencerInnen, Medienschaffenden und anderen Stakeholdern.

Und was hat das alles nun mit Chopin zu tun? Der in Warschau geborene Komponist und Klaviervirtuose war zeitlebens krank und starb nur 39-jährig an Tuberkulose. Aus seiner großen Angst, lebendig begraben zu werden, verfügte er die Entnahme des Herzens aus seinem Leichnam. Wir hoffen, dass die Kommunikationsbranche nicht – aus lauter Angst, von neuen Technologien begraben zu werden – ihr Herz verliert. Wir verstehen uns als Dirigenten und Komponisten der Kommunikation und gehen hoffentlich bestens vorbereitet in die Zukunft. Wichtig wird dabei sein, nicht unsere elementaren Werte wie Transparenz, Seriosität und Verlässlichkeit zu verlieren.

Bernet PR hat vor Ort die Anwesenden nach ihrem ganz persönlichen Zugang zur Kommunikation der Zukunft befragt – die Antworten sind im folgenden Video zusammengefasst:

Kultur und Kommunikation…

…sind ohne einander nicht vorstellbar. Ein Künstler und Kommunikationsexperte, der dies in eindrucksvoller Art und Weise belegt, ist Virgil Widrich. Der oscarnominierte Filmemacher (2002 für den Kurzfilm „Copy Shop“) ist Gründer und Geschäftsführer der Multimedia-Agentur checkpointmedia, die u. a. für die multimediale Ausgestaltung des Wiener Mozarthauses verantwortlich zeichnet. Auch wir haben mit checkpointmedia bereits Projekte realisiert, so z. B. das Infocenter der Vorarlberger Illwerke „ENERGIE.RAUM“. Vor wenigen Tagen hatte sein neuester Kinofilm „Die Nacht der 1.000 Stunden“ Österreich-Premiere. Grund genug, Ihnen diesen Film vorzustellen.

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